Zocken, gamen, daddeln – Gefahr für die Jugend?

Viele Eltern die heutzutage zu einem Psychologen gehen und jenen um Hilfe bitten bezüglich ihrer Kinder, tun dies aufgrund einer, aus der Sicht der Eltern, Spielsucht.
Damit ist heute selten noch die Spielsucht in der Glücksspielindustrie gemeint.
Gehen sie heute zu einem Psychologen und sagen ihm, ihr Kind würde sich kaum noch um die Schule kümmern, nur vor dem Rechner sitzen und dort spielen, so können sie sich recht sicher sein, dass sie gefragt werden, ob das Problem vielleicht „World of Warcraft“ lautet.
Viele Psychologen kennen längst die neue „Spieldroge“ Nr. 1 bei Jugendlichen.
Natürlich ist nicht nur „World of Warcraft“ eines dieser Suchtspiele, wohl aber das Bekannteste.
Doch inwiefern sind Spiele wie „World of Warcraft“ oder auch „Counter-Strike Source“ gefährdend für die Jugend – oder auch erwachsene Spieler?
Viele jugendliche flüchten sich bei ihren Problemen gerne in verschiedene virtuelle Welten, um alles um sich zu vergessen.
Vielleicht haben sie auch Schwierigkeiten in der realen Welt Freunde zu finden.
Aber von vorneherein sei gesagt, dass das natürlich nicht auf alle Spieler zutrifft.
Versetzen wir uns vorerst in die Lage eines WoW-Spielers (World of Warcraft).
Er kauft sich das Spiel, installiert es, die Gamecard ist auch parat (WoW-Spieler müssen einen monatlichen Betrag zahlen, um das Spiel, welches ein reines Onlinespiel, will heißen, das Spiel wird über das Internet gespielt, ist, spielen zu können. Die Gamecard ist eine der Zahlungsmöglichkeiten.).
Nun also einen Server aussuchen, einen Charakter erstellen und los geht es.
Nicht lange und man hat sich an die Steuerung gewöhnt und seine ersten Questen (Aufgaben die einem von NPCs, Non-Player-Charakter, erteilt werden. Bei Erledigung solcher Questen bekommt der Spieler Erfahrungspunkte und kann somit Level aufsteigen und neue Fähigkeiten erlernen. Hinzu kommen noch Belohnungen wie Rüstungen o.s.) erledigt.
Irgendwann findet man dann jemanden der vielleicht Hilfe braucht bei einer Queste.
Man hat die Queste auch noch nicht erledigt, also auf geht’s.
Nachdem man die Queste erledigt hat, geht’s direkt weiter – man berät sich was man noch nicht hat oder ob man bei etwas dem anderen helfen kann, was er noch nicht erledigt hat.
Später dann verabredet man sich zum erneuten Questen.
So findet man immer mehr Leute mit denen man zusammen Abenteuer besteht.
Es entwickeln sich vielleicht ernsthafte Freundschaften daraus und der Spieler erlebt viele Erfolgserlebnisse durch die bestandenen Questen und kompensiert damit die fehlenden Erfolgserlebnisse im realen Leben.
Im Spiel schien es auch so leicht zu sein, im realen Leben aber so schwer, also wieso versuchen noch im realen Leben was zu erreichen.
In der virtuellen Welt findet man genug Anerkennung und Freunde.
Das daraus wirklich feste Freundschaften entstehen kann man dann sehen, wenn sich die Leute die nicht der absoluten Spielsucht verfallen sind, sich mit den Leuten die sie dort kennen gelernt haben treffen um auch mal etwas im realen Leben zu unternehmen.
Es gibt ganze Spielerzusammenschlüsse (Gilden genannt) die sich treffen.

Um auf einen weiteren Aspekt zu sprechen zu kommen: Killerspiele.
CSS-Spieler (Counter-Strike Source-Spieler) werden oft als potenzielle Amokläufer dargestellt.
Ein ironischer Konter jener Spieler ist oft folgende Aussage:
„90% aller Attentäter spielen Counter-Strike. 100% aller Attentäter essen Brot. Verbietet Brot!“
Was damit zum Ausdruck gebracht werden soll ist klar: Schiebt das nicht auf Spiele wie Counter-Strike!
Bewiesen ist, dass Killerspiele 4 mögliche Auswirkungen auf die Spieler haben können und die sich im relativen Gleichgewicht halten:
Aggressivität auf- oder abbauend und die Hemmschwelle der Gewalt hebend oder senkend.
Selbst wenn ein Spieler dort mehr Aggressivität aufbauen sollte und die Hemmschwelle zur Gewalt sinken sollte, so ist er noch lange kein potenzieller Amokläufer.
Viel mehr muss man sein soziales Umfeld betrachten.
Ob er Probleme hat, wie sehr sich die Eltern um ihn kümmern.
Zudem kommt noch hinzu, dass Spiele wie CSS einen Spieler in keinster Weise schulen, wie sie Personen erschießen können.
Drücken sie einem CSS-Spieler eine reelle Waffe in die Hand und er wird damit genauso wenig umgehen können, wie eine Person die nie zuvor CSS gespielt hat.
Aber mal ehrlich, ich persönlich werde natürlich bald zusammen mit tausenden von anderen Leuten Amok laufen – genug Spieler gibt es ja, man muss sich bloß die professionelle Gamerszene angucken; ESL (Electronic Sports League) und diverse große Netzwerkveranstaltungen lassen grüßen.
Wer weiß, vielleicht werden dort auch nur insgeheim die Supersoldaten der Zukunft geschult?

1.3.09 16:59

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